WATER & COLTAN | 360° SCREENING


Daniel Kötter, Yasmine Bisimwa, Olande Byamungu, Christian Muhigwa
Deutschland/ DR Kongo 2021, OmU, 52 min
Artist Talk mit Daniel Kötter & Olande Byamungu

DO 11 NOV
18:30 MISS READ SPACE

„Water & Coltan“ beschäftigt sich mit den Folgen des Bergbaus für Land- und Gemeinschaften in Westdeutschland und der Demokratischen Republik Kongo. Während WATER posthumane Near-Future-Szenarien für das ehemalige Kohleabbaugebiet an der Ruhr entwirft, entführt COLTAN sein Publikum direkt an die Orte des Kampfes von Frauen in artisanalen Coltan-Abbaucamps in Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo.

Basierend auf einer gemeinsamen Recherche des Filmemachers mit der Sozialarbeiterin Yasmine Bisimwa, der Anwältin Olande Byamungu und dem Ingenieur Christian Muhighwa und unter Bezugnahme auf Homers Tantalus-Mythos verbindet der 360°-Dokumentarfilm zwei lokale Seiten ein und desselben gewalttätigen globalen Phänomens: die extraktivistische Praxis gegenüber natürlichen und menschlichen Ressourcen mit ihren langfristigen Folgen für Umwelt und Gesellschaft.

Weitere Öffnungszeiten:
MI 10+DO 12 NOV, 18.00–22.00
FR 13+SA 14 NOV, 16.00–22.00
SO 15 NOV, 16.00–20.00 

Daniel Kötter (Deutschland, 1975) ist ein Dokumentarfilmer und Theaterregisseur. Seine Recherche basierten Arbeiten bewegen sich zwischen medialen und institutionellen Kontexten. Sie wurden weltweit auf Filmfestivals, in Galerien und Theatern gezeigt. Seit 2007 führen ihn visuelle Recherchen zu Urbanisierung und politischen Landschaften auf den afrikanischen Kontinent und in den Nahen Osten.

Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehören die Film- und Performanceserie „state-theatre“ über urbane Bedingungen von Performativität in den Städten Lagos, Teheran, Berlin, Detroit, Beirut, Mönchengladbach (2009-2014), das Forschungs-, Ausstellungs- und Filmprojekt „CHINAFRIKA“ (2013-2019) und

die Filmtrilogie „Hashti Teheran“ (2017, Sonderpreis des Deutschen Kurzfilmpreises), „Desert View“ (2018) und „Rift Finfinnee“ (2020, DEFA-Preis DOK Leipzig) über urbane Peripherien in Teheran, Kairo und Addis Abeba.

Seit 2019 arbeitet Daniel Kötter an der Serie von Raumperformances und 360°-Filmen „landscapes and bodies“ zu den Folgen des Extraktivismus in Deutschland, West Papua und der DR Kongo. Sein 360°-Film „Water & Coltan“ (2021) wurde beim IDFA DocLab uraufgeführt.

Olande Byamungu

Olande Byamungu ist ausgebildete Juristin, stammt aus der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und lebt in Deutschland. Sie verfügt über Erfahrung in den Bereichen Medien, Menschenrechte, Migration und zivilgesellschaftliches Engagement, sowohl in der DR Kongo als auch in Deutschland.

Derzeit arbeitet sie beim Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf, wo sie geflüchtete Menschen begleitet und unterstützt. In der DR Kongo war sie als Journalistin und Reporterin bei Radio Sauti la Rehema in Bukavu (Süd-Kivu) tätig, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kommunikation und Sensibilisierung für Frauenrechte.

Sie ist Mitglied des Vorstands der NGO Action Chaîne de Solidarité Universelle, die Frauen in ländlichen Gebieten und von bewaffneten Konflikten betroffene Kinder in Süd-Kivu unterstützt. Zudem war sie Präsidentin der NGO Volontaire pour le Développement Rural (VDR), wo sie sich mit Fragen der Entwicklung, des Umweltschutzes und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen sowie deren Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften beschäftigte.

Neben ihrer juristischen und zivilgesellschaftlichen Tätigkeit engagiert sich Olande Byamungu im Dokumentarfilm und Theater. Ihre künstlerische Arbeit beschäftigt sich insbesondere mit Frauenrechten, Migration, Menschenrechten, Kolonialismus und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Ihr beruflicher Weg verbindet somit Recht, Journalismus, zivilgesellschaftliches Engagement und künstlerisches Schaffen.