SARRAOUNIA

SO 22 NOV 15:00

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Med Hondo
Mauretanien / Burkina Faso / Frankreich 1986 | OmE | 120 min


Am 2. Januar 1899 wird ausgehend vom französischen Sudan eine Kolonne unter Führung der französischen Generäle Voulet und Chanoine gegen den schwarzen Sultan Rabah im heutigen Süden Nigers geschickt. Die Kolonialisten hinterlassen eine Spur der Zerstörung auf ihrem Weg nach Süden. Während angrenzende Völker entweder keine Kampfbereitschaft zeigen oder gar mit Kolonialisten kollaborieren, stellt sich Sarraounia, die sagenumwobene Königin der Azna, der kolonialen Terrormission entgegen…

Inspiriert vom gleichnamigen Roman des nigrischen Schriftstellers Abdoulaye Mamani, zeigt AFRIKAMERA mit SARRAOUNIA einen Klassiker des 2019 verstorbenen französisch-mauretanischen Filmemachers Med Hondo.
Der Kampf der schwarzen Königin wurde 1986 beim Filmfestival FESPACO präsentiert, wo er vom afrikanischen Publikum begeistert aufgenommen und mit dem Hauptpreis auszeichnet wurde. In Frankreich lief der Film statt in 14 Kinos, wie ursprünglich mit dem Filmverleih vereinbart, nur in fünf Kinos an und wurde bereits nach zwei Wochen aus dem Programm genommen. Mehrere französische Künstler*innen und Intellektuelle, darunter der Regisseur Costa-Gavras, empfanden dies als Zensur aufgrund des unliebsamen Themas und protestierten dagegen, jedoch ohne Erfolg. In anderen Ländern war der Film nur bei Festivals zu sehen, darunter im Rahmen des Berlinale Forums 1987. Für Med Hondo, der auch Produzent des Films war, bedeuteten die ausbleibenden Kinoeinnahmen den persönlichen finanziellen Bankrott.


Med Hondo, geboren 1936 in Atar, Mauretanien, emigrierte Ende der 1950er-Jahre nach Frankreich, wo er in Paris eine Theatergruppe gründete und sich dem Film zuwandte. Mitte der 1960er-Jahre begann er mit den Dreharbeiten zu seinem ersten Spielfilm Soleil Ô, der international Aufmerksamkeit erregte. In seinen darauffolgenden Filmen thematisierte Hondo die Geschichte des afrikanischen Kontinents und dessen Diaspora. Er starb 2019 in Paris.