Petit Jo, Enfant des Rues

SO 21 NOV
16.00 HUMBOLDT FORUM
Jugendfilm
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von Daniel Kamwa | Südafrika, Kamerun | 2019 | 118 min | OmU
in Anwesenheit von Daniel Kamwa

 

„Petit Jo, Enfant des Rues“ erzählt die Geschichte eines mixed-race Jungen in Kamerun, der sich trotz einiger Schicksalsschläge nicht vom Weg abbringen lässt.
Als Pater Moussima einen ausgesetzten Säugling auf dem Flur des Krankenhauses in Bonabéri findet, steht seine Entscheidung sofort fest: Er möchte sich als alleinerziehender Vater um den Jungen kümmern. Egal was die Nachbarn sagen – er meistert die Herausforderungen des Elterndaseins mit Ruhe und Bravour und adoptiert Jo allen bürokratischen Hürden zum Trotz offiziell. Mit 12 Jahren schickt Moussima ihn in ein evangelisches Internat. Als Jos Ziehvater stirbt und er in die Mittelschule wechseln möchte, wird er schließlich von der Vergangenheit eingeholt – seine Geburtsurkunde fehlt…

Daniel Kamwas Verfilmung des gleichnamigen Buches von Evelyne Mpoudi Ngollé zeigt die Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen, die aufgrund der Umstände, in die sie hineingeboren wurden, unsichere und risikoreiche Lebenswege einschlagen müssen und auf sich allein gestellt sind und zugleich die Notwendigkeit von Gemeinschaft in diesen Realitäten. Kamwa eröffnet die Frage der Moral, die Komplexität von Gut und Böse in Hinsicht auf das Überleben und unterstreicht den kulturellen sowie sozialpolitischen Kontext Kameruns.

Mit einer interaktiven Kontextualisierung Kameruns wird die Filmvorstellung eingeleitet. Der zweistündige Film wird mit einer Unterbrechung gezeigt. In der Pause werden dem Regisseur Daniel Kamwa Fragen zum Film gestellt, die dem jungen Publikum als Referenzpunkte zur Fortsetzung des Films dienen. Nach der Vorstellung gibt es ein Q&A.

Die Vorstellung wird von Rebecca Pokua Korang moderiert. Seit 2017 arbeitet sie mit AFRIKAMERA zusammen. Rebecca ist performative Künstlerin, Empowerment-Trainerin und arbeitet in der mobilen Jugendarbeit in Berlin. Ihre künstlerische Recherche fokussiert sich auf Identität, Migration und deutsche Kolonialgeschichte in Ghana.

 

Der in Kamerun geborene Daniel Kamwa ist seit fast 45 Jahren im Filmgeschäft tätig. Nach seiner Schauspielausbildung am Cours Simon war er zwei Jahre lang Mitglied der Theaterforschungsgruppe von Peter Brook. Dann begann er, in Theater-, Film- und Fernsehproduktionen zu spielen, während er die Filmschule an der Universität Paris VIII besuchte. In den Jahren 1972-73 drehte er seinen ersten Kurzfilm „Boubou-Tie“ mit Marpessa Dawn, der Hauptdarstellerin von „Orfeu Negro“ (Goldene Palme in Cannes 1959 und Oscar für den besten ausländischen Film 1960) als Partnerin. „Pousse-Pousse“, sein erster Spielfilm, kam 1975 in die Kinos und wurde ein großer kommerzieller Erfolg. Als Produzent, Autor, Regisseur und Schauspieler ist er auch als Synchronsprecher in französischer Sprache tätig. Dabei lieh er seine Stimme u.a. den Hauptdarstellern in „Live and Let Die“ – „The Ghost and the Darkness“ – „Gorillas in the Mist“ und nicht zu vergessen synchronisierte er Morgan Freeman in der Rolle des Präsidenten Nelson Mandela in“ Invictus „von Clint Eastwood.