DYING FOR GOLD

FR 8 NOV 18.00


SONDERVERANSTALTUNG
Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin
Eintritt frei

Die Förderung von Gold hat in Afrika schon eine jahrhundertelange Tradition. Aber erst seit der Kolonialherrschaft werden der Abbau und die Aneignung des edlen Metalls in großem Umfang betrieben. Bis heute hält die Gier nach Gold unvermindert an.

Zwei Filme aus unterschiedlichen Regionen beleuchten die Interessen der Minengesellschaften und erzählen die Geschichten der Bergarbeiter und ihrer Familien sowie der Dorfgemeinschaften, auf deren Land Gold abgebaut wird. Eine Geschichte von Wohlstand, Privilegien und Macht auf der einen und Ausbeutung und Zerstörung auf der anderen Seite.


DYING FOR GOLD
CATHERINE MEYBURGH & RICHARD PAKLEPPA
EUROPA-PREMIERE
SÜDAFRIKA, LESOTHO, MOSAMBIK, SWASILAND 2018 I DCP I OME I 99 MIN


Südafrikas Wohlstand und weiße Privilegien wurden gegründet auf großangelegtem Bergbau und die Tötung von Menschen durch die Goldminenindustrie. Heute sieht man den Bergarbeitergemeinschaften in ganz Südafrika nichts von dem Wohlstand an, den sie geschaffen haben. Stattdessen bleiben extreme ländliche Unterentwicklung und die
schlimmste Epidemie von Lungenkrankheiten.
Mithilfe von Aussagen von Bergarbeiterfamilien in Südafrika und Archivmaterial erzählt DYING FOR GOLD die Geschichte, wie es zu dieser außergewöhnlichen Situation gekommen ist. Der eindrückliche Dokumentarfilm bringt so den wahren Preis des südafrikanischen Goldes ans Tageslicht.

Liao Manyokole aus dem ländlichen Lesotho folgt den Fußspuren seiner Vorfahren und fährt 2 km tief in die Erde ein, um südafrikanisches Gold zu graben. Wird er einer von Millionen Bergarbeitern sein, die an Tuberkulose und Silikose leiden und sterben, wie so viele in den südafrikanischen Goldminen? Heute sieht man den Bergarbeitergemeinschaften in Südafrika nichts von dem Wohlstand an, den sie geschaffen haben. Stattdessen bleiben extreme ländliche Unterentwicklung und die schlimmste Epidemie von Lungenkrankheiten. Hunderttausende verließen ihre Familien und Felder, genötigt durch koloniale Gesetze, um den Hunger der Minen nach billigen Arbeitskräften zu stillen. Sie kamen aus Dörfern in Südafrika, Malawi, Lesotho, Mosambik, Botswana, Simbabwe und Swasiland. DYING FOR GOLD deckt auf, wie die großen Minengesellschaften ein modernes System der Sklaverei aufbauten, das ihnen gewaltige Profite eintrug, gleichzeitig aber auch das Fundament für das moderne Südafrika schuf. Der Film stellt persönliche Geschichten von Bergarbeitern und ihren Familien neben Archivmaterial von mehr als 120 Jahren Goldbergbau und zeigt, dass sich wenig geändert hat.


CATHERINE MEYBURGH arbeitet als Regisseurin, Redakteurin und Produzentin für Dokumentar- und Spielfilme. Ihre Multi-Projektionsarbeiten waren u.a. in der MET Oper in New York und La Scala in Mailand zu sehen. Sie hat über 30 Dokumentarfilme herausgebracht, die auf Arte, Channel4, BBC, ZDF, SABC, NBC zu sehen waren sowie bei Filmfestivals wie IDFA, DIFF, Berlinale. Ihre Videoinstallationen wurden in vielen Galerien, Museen und Veranstaltungen gezeigt.


Der Autor und Filmemacher RICHARD PAKLEPPA produziert Dokumentar- und Spielfilme in Südafrika. Seine Filme wurden bei internationalen Filmfestivals und Fernsehsendern gezeigt. Seit 1992 ist er Gründungsmitglied und Leiter der Produktionsgesellschaft On Land Productions mit Niederlassungen in Namibia und Südafrika. Vor seiner Arbeit als Filmregisseur war er unter anderem Aktivist in Jugendgruppen am Westkap und Medien- und Bildungssekretär in der National Union of Namibian Workers.