BAAMUN NAFI – NAFI´S  FATHER

Mo 11 NOV 20.30


BAAMUN NAFI – NAFI´S  FATHER
MAMADOU DIA
SENEGAL 2019 I DIGITAL FILE I OME I 109 MIN  
DEUTSCHLAND-PREMIERE
IN ANWESENHEIT DES HAUPTDARSTELLERS ALASSANE SY


Das beim Filmfestival von Locarno gefeierte Drama erzählt von der Auseinandersetzung zweier Brüder über die bevorstehende Hochzeit ihrer Kinder. Während sich die junge Nafi und ihr Cousin Tokala die Hochzeit wünschen und Zukunftspläne für einen Umzug nach Dakar schmieden, ist ihr Vater, ein lokaler religiöser Führer, strikt dagegen – denn sein Bruder Ousmane ist Anhänger einer fundamentalistischen islamischen Sekte. Der Hauptdarsteller des Films Alassane Sy ist zur Deutschland-Premiere anwesend.


MAMADOU DIA, geboren in Senegal, studierte Kunst an der Tisch School of Arts an der New York University. Sein Kurzfilm SAMEDI CINEMA kam 2016 in die offizielle Auswahl der Filmfestivals von Venedig und Toronto. BAAMUN NAFI wurde beim Locarno Filmfestival 2019 mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet.


ALASSANE SY ist ein mauretanischer Schauspieler und Regisseur. Nach Aufenthalten in Paris und New York, wo er eine erfolgreiche Karriere als Model begann, lernte er den Fotografen und Regisseur Andrew Dosunmu kennen, der ihn 2011 mit der Hauptrolle für seinen Spielfilm RESTLESS CITY besetzte. Es folgte MEDITERRANEA – REFUGEES WELCOME? (Regie: Jonas Carpignano), der für die Critics Choice Awards in Cannes nominiert wurde. Mit seiner ersten Regiearbeit MARABOUT war er 2017 bei AFRIKAMERA zu Gast.

LUSOPHONE SHORTS
KURZFILMPROGRAMM

Mo 11 NOV 18.30


LUSOPHONE SHORTS
KURZFILMPROGRAMM
ANGOLA, GUINEA-BISSAU, MOSAMBIK, PORTUGAL 2010-2018/19 I DIGITAL FILE, DCP I OME I 85 MIN
IN ANWESENHEIT DES REGISSEURS ERY CLAVER (LÚCIA NO CÉU COM SEMÁFOROS)


Das Kurzfilmprogramm LUSOPHONE SHORTS präsentiert eine Auswahl herausragender Kurzfilme aus dem lusophonen Afrika.

LÚCIA NO CÉU COM SEMÁFOROS (Angola 2019) von Ery Claver & Gretel Marín begleitet den Ausbruch einer jungen Frau aus den Zwängen einer durch Sexismus und Unfreiheit geprägten Gesellschaft mit Hilfe des Mediums Film. Regisseur Ery Claver ist zum Screening zu Gast.

 

Der Kurzfilm ARRIAGA (Portugal 2018) des aus Guinea-Bissau stammenden Regisseurs Welket Bungué spielt in der afrolusophonen Diaspora am Rande von Lissabon. Der 25-jährige Arriaga, Kind afrikanischer Einwanderer aus der Mittelschicht, versucht sich durch selbstzerstörerisches Verhalten Respekt in seiner Nachbarschaft zu schaffen. Idolen wie Tupac Shakur nacheifernd, riskiert er dabei sein Leben…

 

IN KINO – UMA EXPERIÊNCIA EM PEMBA (Mosambik 2018) ist ein experimenteller Tanzfilm des mosambikanischen Fotografen und Videokünstlers Ivan Barros, gedreht in den Straßen von Maputo.

 

Der mehrfach ausgezeichnete Animationsfilm VIAGEM A CABO VERDE (JOURNEY TO CAPE VERDE) (Portugal 2010) von José Miguel Ribeiro erzählt die Geschichte einer sechzig Tage währenden Reise auf die Kapverdischen Inseln – eine Begegnung mit den Bewohnern der Inseln und dem eigenen Selbst.

MABATA BATA

SO 10 NOV 20.30


MABATA BATA
SOL DE CARVALHO
MOSAMBIK, PORTUGAL 2017 I DIGITAL FILE I OME I 74 MIN


Basierend auf der Kurzgeschichte EM QUE EXPLODIU MABATA BATA von Mia Couto, erzählt MABATA BATA die Geschichte des kleinen Schäferjungen Azarias, der lieber mit seinem Kumpel José in die Schule gehen würde, als die Kühe seines Onkels Raúl zu hüten. Vor allem um den Ochsen Mabata-Bata soll er sich kümmern, da dieser als traditionelle Mitgift für die Hochzeit seines Onkels vorgesehen ist. Aber die Felder um die Herde herum sind voller Landminen: Als Mabata-Bata bei einer Explosion zu Tode kommt, verschwindet auch Azarias und stirbt. Einige Jahre nach seinem Tod kommen die Bewohner*innen zu einer Zeremonie zusammen, um herauszufinden, ob sein im Dorf umherwandelnder Geist die bevorstehende Hochzeit des Onkels segnen wird. Doch stattdessen kommt die Frage auf, warum der Junge überhaupt sterben musste…


SOL DE CARVALHO, geboren1953 in Beira (Mosambik), studierte Film in Lissabon und arbeitete als Journalist, Redakteur und Fotograf. Bereits während seines Studiums in Portugal politisch aktiv, schloss er sich nach seiner Rückkehr nach Mosambik der FRELIMO an und wurde zum Direktor des Serviço Nacional da Rádio Moçambique ernannt. Er realisierte zahlreiche Dokumentar- und Fernsehfilme (u.a. A JANELA, O BÚZIO, AS TEIAS DA ARANHA), seit 2007 auch Spielfilme. Zusammen mit Pedro Pimenta und Licínio Azevedo ist er Gründungsmitglied der Produktionsfirma Ébano.

DUGA, LES CHAROGNARDS

SO 10 NOV 18.30


DUGA, LES CHAROGNARDS
ABDOULAYE DAO & HERVÉ ERIC LENGANI
BURKINA FASO 2019 I DIGITAL FILE I OME I 92 MIN


Als Rasmané vom plötzlichen Tod seines Freundes Pierre erfährt, eilt er zu dessen Haus, um der Witwe mit ihrem Kleinkind beizustehen. Pierre, der nicht getauft war, keinen muslimischen Namen trug und keiner Religionsgemeinschaft des Landes angehörte, soll in seinem Heimatdorf bestattet werden. Doch Rasmané hat die Rechnung ohne die traditionellen Dorfältesten gemacht, die strikt dagegen sind, dem ungläubigen Toten im Dorf die letzte Ehre zu erweisen. Für Rasmané beginnt damit eine Odyssee quer durch Burkina Faso…

Die sozialkritische Filmsatire wurde beim FESPACO 2019 in Ouagadougou mit zwei Preisen ausgezeichnet.


ABDOULAYE DAO studierte Film in Paris, Kairo und Dakar und arbeitete etwa zehn Jahre lang für das staatliche Fernsehen in Burkina Faso. Seine Fernsehserie QUAND LES ÉLÉPHANTS SE BATTENT von 2006 wurde beim FESPACO 2007 ausgezeichnet. Sein Spielfilm UNE FEMME PAS COMME LES AUTRES lief 2009 im Programm von AFRIKAMERA.


HERVÉ ERIC LENGANI, geboren 1975 in Bobo-Dioulasso (Burkina Faso) stand zunächst als Darsteller vor der Kamera, bevor er verschiedene Funktionen bei der Realisation von Filmen übernahm. Dabei arbeitete er mit bekannten Regisseur*innen wie z. B. Dani Kouyaté, Valérie Kabore und Guy-Désiré Yameogo zusammen.

O GRANDE KILAPY

SO 10 NOV 16.30


O GRANDE KILAPY
ZÉZÉ GAMBOA
ANGOLA, BRASILIEN 2012 I DCP I OME I 100 MIN


Lissabon, Mitte der 1960er-Jahre, während der Diktatur Salazars.
João Frag, Spitzname Joãozinho, Sohn eines reichen Bankangestellten aus Luanda und notorischer Schürzenjäger, genießt sein Studentenleben in Portugal in vollen Zügen. Gleichzeitig unterhält er Kontakte zu angolanischen Freiheitskämpfern und entgeht nur aufgrund seiner Affäre mit der Tochter eines Ministers der Verfolgung. Als diese Beziehung endet, wird João des Landes verwiesen. Doch zurück in Angola gibt er nicht auf: Durch einen geschickten Schwindel (auf Bantu: „Kilapy“) gelingt es ihm, Gelder der Kolonialherren für seine Zwecke zu nutzen – und wird zum Volkshelden.

Mit O GRANDE KILAPY hat Gamboa ein gleichsam schwarzhumoriges wie überzeugendes Porträt der fiebrigen Endphase portugiesischer Herrschaft in Angola geschaffen, begleitet von einem tollen Soundtrack mit Musik aus den Clubs Luandas der 1960er-Jahre.


ZÉZÉ GAMBOA, geboren 1956 in Luanda, arbeitete von 1974 bis
1980 für das angolanische Fernsehen und realisierte seit den 1990er-Jahren zahlreiche Dokumentarfilme. O GRANDE KILAPY, sein zweiter Spielfilm, wurde unter anderem beim Toronto International Film Festival, dem Dubai International Film Festival und dem London Film Festival präsentiert.

BEST OF AFRICAN SHORTS
KURZFILMPROGRAMM

SO 10 NOV 15.00


BEST OF AFRICAN SHORTS
KURZFILMPROGRAMM
DR KONGO, TUNESIEN, RUANDA 2018-19 I DIGITAL FILE I OME I 60 MIN
IN ANWESENHEIT VON BALOJI (Regisseur ZOMBIES) & PHILBERT AIMÉ MBABASI SHARANGABO (Regisseur I GOT MY THINGS AND LEFT)


Das Programm BEST OF AFRICAN SHORTS zeigt eine Auswahl neuer, herausragender Kurzfilme vom afrikanischen Kontinent.

ZOMBIES (DR Kongo / Belgien 2019) ist ein mehrfach ausgezeichneter Musikthriller des belgisch-kongolesischen Rappers und Filmemachers Baloji über die rauschhafte urbane Kultur Kinshasas und über die mit Social Media einhergehende digitale Zombifizierung der kongolesischen Metropole. Regisseur Baloji ist zum Screening anwesend.

In I GOT MY THINGS AND LEFT (Ruanda / Schweiz 2018) von Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo kommt eine Gruppe Jugendlicher im Haus ihres verstorbenen Freundes zusammen, um über dessen non-konformistisches Leben und ihr eigenes Dasein nachzudenken. Inspiriert durch die Poetik des simbabwischen Dichters Dambudzo Marechera wird der Trauerprozess zum Auslöser von Selbstreflexion und Wandlung. Philbert Aimé wird zur Filmvorstellung vor Ort sein.

In der Komödie LES PASTÈQUES DU CHEIKH (Tunesien / Frankreich 2018) von Kaouther Ben Hania wird einem angesehenen Imam in Tunesien aufgrund der Schlitzohrigkeit zweier Straßenjungen ein Akt der Frömmigkeit zum Verhängnis.

RESGATE

SA 9 NOV 21.00


RESGATE
MICKEY FONSECA
MOSAMBIK 2019 I DIGITAL FILE I OME I 100 MIN
BERLIN-PREMIERE
IN ANWESENHEIT DES REGISSEURS


Nach vier Jahren im Knast von Maputo setzt Bruno auf einen Neuanfang. Mit Unterstützung seiner Freunde findet er Arbeit auf einem Schrottplatz und scheint sein Leben in den Griff zu bekommen. Doch dann taucht ein mysteriöser Kredit seiner verstorbenen Mutter auf und Bruno gerät erneut in Kontakt mit seiner alten Gang. Als die Spirale aus Gewalt aufs Neue beginnt, entscheidet sich Bruno für einen Plan, mit dem er alles auf eine Karte setzt.


MICKEY FONSECA, geboren1976, ist Regisseur und Mitgründer der Produktionsfirma Mahla Filmes in Maputo. Für seinen Kurzfilm Dina (2010) wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Finanziert mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne, ist RESGATE sein Langfilmdebüt.

OUR MADNESS

9 NOV 18.30


OUR MADNESS
JOÃO VIANA
MOSAMBIK, GUINEA-BISSAU, KATAR, PORTUGAL, FRANKREICH 2018 I DCP I OME I 90 MIN


Zentraler Handlungsort von OUR MADNESS ist eine psychiatrische Klinik in Maputo. Von hier aus macht sich die Patientin Ernania auf, um ihrem Sohn und Mann wiederzubegegnen. In schwarz-weiß gedreht, hat Viana eine rauschhafte filmische Reflexion über das Wesen des Wahns, der Mystik und Auswirkungen der Kolonialgeschichte im heutigen Mosambik geschaffen, die lange nachwirkt.


JOÃO VIANA wurde 1966 in Huambo (Angola) geboren. Nach einem Jurastudium an der University of Coimbra (Portugal) studierte er von 1988 bis 1994 Film in Porto. Seither arbeitet er als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Tontechniker mit renommierten Filmemachern wie Werner Schroeter, Manoel de Oliveira, José Alvaro, Rob Rombout und Filipe Rocha zusammen. OUR MADNESS, sein zweiter abendfüllender Film, wurde unter anderem 2018 in der Sektion Forum der Internationalen Filmfestspiele Berlin präsentiert und von der Kritik gefeiert. Aktuell ist Viana Stipendiat im Bereich Film beim Berliner Künstlerprogramm des DAAD.

BETWEEN GOD AND I

SA 9 NOV 16.30


BETWEEN GOD AND I
YARA COSTA
MOSAMBIK 2018 I DCP I OME I 60 MIN


Auf der historisch multikulturellen Ilha de Moçambique existierten tief verwurzelte Traditionen des Landes lange in friedlicher Koexistenz mit Religionen wie dem Christentum und einem moderaten Islam. Aber inzwischen gefährden religiöse Intoleranz und Fundamentalismus zunehmend das Zusammenleben.

Die Regisseurin Yara Costa illustriert dies am Beispiel der jungen Muslimin Karen, die sich, obgleich aufgewachsen in der Tradition des gemäßigten Macua-Islam, zu einer Apologetin der reinen Lehre des wahabitischen Islam gewandelt hat. Costas eindrückliche Dokumentation gewährt dabei intime Einblicke in das Leben der Protagonistin, das geprägt ist von Zweifeln und Widersprüchen bezüglich ihrer Identität.


Die mosambikanische Filmemacherin YARA COSTA arbeitete unter anderem als Journalistin in Brasilien, ehe sie 2009 ein Stipendium für das News & Graduate Programm an der New York University erhielt. 2011 realisierte sie ihr Debüt WHY ARE THEY HERE? CHINESE STORIES IN AFRICA, gefolgt von THE CROSSING, ein Kurzfilm über Spannungen zwischen den Inseln Haiti und der Dominikanischen Republik. BETWEEN GOD AND I ist ihr dritter Film.

WELTFILME SPECIAL: 
ON THE MOVE / ALL ON BOARD
KURZFILMPROGRAMM

SA 9 NOV 15.00


WELTFILME SPECIAL:  ON THE MOVE / ALL ON BOARD
KURZFILMPROGRAMM
GHANA, SIERRA LEONE 2017-2018 I DIGITAL FILE I OME I 78 MIN


Der Verein Weltfilme e.V. initiiert und fördert Filmprojekte in Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit. Mit seiner Arbeit befördert Weltfilme e.V. den Dialog zwischen Nord und Süd und unterstützt seit 2002 auch die Arbeiten lokaler afrikanischer Filmschaffender.

In dem Programm WELTFILME SPECIAL: ON THE MOVE/ ALL ON BOARD werden drei mittellange westafrikanische Produktionen vorgestellt.

In DANSA (Sierra Leone 2017) von Mohamed Janneh & Nana Osei Kyei Mensah versucht der junge Morris gegen alle Widerstände, seinen Traum von einer professionellen Tanzkarriere zu leben.

 

UP IN ALMS (Ghana 2018) von Godstime Mensah-Nab (Ghana) und Aminata Bockarie (Sierra Leone) erzählt von der 23-jährigen Rahel, die sich unter widrigsten Umständen um ihre beiden Kinder und ihre körperlich eingeschränkte Mutter kümmern muss – und trotzdem nicht aufgibt, von einer besseren Zukunft zu träumen.

 

In XOÉSE (Ghana 2018) von Gloria Eva Adotevi wird die gleichnamige Heldin aus dem Gefängnis entlassen. Sie ist voller Hoffnung, doch ihre Familie und Umwelt begegnet ihr mit Ablehnung. Wird es ihr dennoch gelingen, den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden?