WÙLU

MONTAG, 13. NOVEMBER: 19.30
(Wiederholung: Freitag, 17. November: 21.00)

 

Daouda Coulibaly
Mali/Frankreich 2016 DCP | OmE | 95 min

in Anwesenheit des Hauptdarstellers Ibrahim Koma

Der 20-jährige Ladji ist Minibusfahrer in der malischen Hauptstadt Bamako und arbeitet hart, um seine Schwester Aminata aus der Prostitution zu holen. Als ihm eine Beförderung verwehrt wird, beschließt er, in das lukrativere Drogengeschäft einzusteigen und entwickelt sich rasch zu einer Größe im regionalen Drogenhandel. Doch der Preis, den Ladji dafür zu zahlen hat, ist hoch: Die Drahtzieher dieses internationalen Drogenhandels sind Militärs, Politiker und Geschäftsleute, die selbst vor einer Zusammenarbeit mit Al-Qaida nicht zurückschrecken.

Das Langfilmdebüt des franko-malischen Regisseurs DAOUDA COULIBALY, von der französischen Zeitung „Le Point“ als afrikanische Variante von SCARFACE gefeiert, gewann unter anderem den Publikumspreis beim International Film Festival in Amiens 2016. Hauptdarsteller Ibrahim Koma wurde für seine Darstellung des Drogendealers wider Willen beim FESPACO 2017 in Ouagadougou als bester Schauspieler ausgezeichnet.

ERÖFFNUNGSPERFORMANCE / 10 JAHRE AFRIKAMERA 13.11
JOURNAL RAPPÉ LIVE

JOURNAL RAPPÉ ist ein Projekt des senegalesischen Rappers XUMAN.

Woche für Woche zeigt das senegalesische Privatfernsehen die satirische Nachrichtensendung Journal Rappé. Mit schnellen Wortsalven macht der Rapper Xuman tagesaktuelle News aus Politik, Religion und Sport straßenkompatibel. Dabei arbeitet XUMAN musikalisch unter anderem mit dem Produzenten NO-FACE UNDACOVA zusammen.

Zur Eröffnung der Jubiläumsausgabe von AFRIKAMERA wird XUMAN gemeinsam mit dem senegalesischen Rapper CHEIKH TIDIANE KOUROUMA das Projekt live auf die Bühne bringen.

Weitere Aufführungstermine:
Sonderveranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung am 15.11. um 18.30 Uhr.

OUAGADOUGOU SHORTS

DIENSTAG, 14. NOVEMBER: 19.00
Kurzfilmprogramm
Burkina Faso 2016-2017 Digital | OmE | ca. 60 min

 

anschließend Gespräch mit Moustapha Sawadogo (Produzent) und Aino Laberenz (Geschäftsführerin Festspielhaus Afrika)
In Zusammenarbeit mit Festspielhaus Afrika gGmbH

Mit dem Programm OUAGADOUGOU SHORTS stellt AFRIKAMERA eine Auswahl aktueller Kurzfilme aus der burkinischen (Kino-)Hauptstadt vor.

In PLACENTA von Bède Modeste Gnafe-Mofedog ist der dreißigjährige Seydou auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Gemeinsam mit seiner jungen Ehefrau Sali erwartet er sein erstes Kind. Dabei haben die beiden allerlei Herausforderungen zu bewältigen…

CA TOURNE À OUAGA von Irène Tassembedo ist eine Satire über die burkinische Filmindustrie: Zwei Schauspieler geraten während eines Drehs am Filmset aneinander, nachdem durch eine Indiskretion pikante Details zu einer Affäre bekannt geworden sind.

Das Programm CHEF DE CLASSE/ LES VOISINS DE CLASSE besteht aus zwei Animationsfilmen, die während eines Workshops des Ouaga Filmlabs 2016 mit Schülerinnen und Schülern im Operndorf Afrika entstanden sind.

Der Produzent von PLACENTA, Moustapha Sawadogo, und Aino Laberenz vom Operndorf Afrika werden zum Screening anwesend sein.

CEDDO

DIENSTAG, 14. NOVEMBER: 21.00
Ousmane Sembène
Senegal 1977 35mm | OmU | 116 min

 

Mit CEDDO präsentiert AFRIKAMERA einen Klassiker des afrikanischen Kinos der 1970er-Jahre aus der Sahelregion. Irgendwo in Westafrika im 17. Jahrhundert, versuchen der Islam und das Christentum gleichermaßen in eine dörfliche Gemeinschaft einzudringen. Für den Imam sind alle Mittel gerechtfertigt: Nachdem die königliche Familie und die Würdenträger zum Islam konvertiert sind, sichert er sich den Thron und führt die Bekehrung gewaltsam fort. Dabei stößt er auf die Ceddos, die Leute aus dem Volk, und an ihrer Spitze Prinzessin Dior Yacine. Diese Widerstandskämpfer wollen keiner fremden Religion beitreten und ihren Spiritualismus dafür aufgeben…

OUSMANE SEMBÈNE (1923-2007) arbeitete unter anderem als Dockarbeiter in Marseille, aber auch Schriftsteller, bevor er in Moskau ein Filmstudium absolvierte. Ab 1963 drehte er Filme im Senegal. Bekannt wurde er unter anderem mit LA NOIRE DE (1966), der Geschichte eines Dienstmädchens, und MANDABI/LE MANDAT (1968), der Groteske um eine Geldanweisung, die nicht abgeholt werden kann, weil der Empfänger keinen Personalausweis besitzt.

ZIN’NAARYA – L’ALLIANCE D’OR THE WEDDING RING

MITTWOCH, 15. NOVEMBER
18.30 SONDERVERANSTALTUNG

Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Rahmatou Keïta
Niger/Burkina Faso/Frankreich 2016 Blu Ray I OmU | 96 min

anschließend Publikumsgespräch mit Ramatou Keïta & Magaajyia Silberfeld (Hauptdarstellerin)

 

Tiyaa stammt aus einer aristokratischen Familie im Sultanat Damagaran in Niger und studiert in Frankreich, wo sie ohne das Wissen ihrer Eltern mit ihrer Liebe zusammenlebt. In den Winterferien kehrt sie in die Heimat zurück und erwartet dort den Besuch ihre aus der Region stammenden, ebenfalls adligen Verlobten. Das Leben ist angenehm und friedlich, Tiyaa erzählt ihren Freunden von dieser noch geheimen Liebe. Aber diie Zeit vergeht und der attraktive Anwärter kommt und kommt nicht. Tiyaa nutzt derweil die Möglichkeit, in ihrer Umgebung andere Frauen und deren Liebesgeschichten von Heirat bis Scheidung in der sahelischen Gesellschaft zu entdecken.

DEVOIR DE MÉMOIRE

MITTWOCH, 15. NOVEMBER: 21.00
Mamadou Cissé
Mali 2014 Digital I OmE I 80 min

Von März 2012 bis Januar 2013 lebte der Norden Malis unter dem Joch verschiedener islamistischer Rebellengruppen wie Ansar Dine, Bewegung für die Einheit und den Jihad in Westafrika (MJUAO) und das Mouvement de Libération Nationale de l’Azawad (MNLA). Cissés eindrucksvolle Dokumentation schildert, wie sich die Zivilbevölkerung Malis gegen die Islamisten zur Wehr setzt.

MAMADOU CISSÉ, geboren in Bamako (Mali), ist einer der Gründungsmitglieder der Union des Créateurs et Entrepreneurs du Cinéma et de l’Audiovisuel de l’Afrique de l’Ouest (UCECAO). Nach seinem Informatikstudium war er zunächst Assistent von Souleymane Cissé und Salif Traoré, bis er seine eigenen Kurz- und Spielfilme realisierte.

SUR LA PISTE DES MANUSCRITS DE TOMBOUCTOU

DONNERSTAG, 16. NOVEMBER: 18.00
Jean Crépu
Mali/Frankreich 2014 Digital I OmE | 52 min

Vorfilm TINYE SO
Daouda Coulibaly
Mali 2012 Digital I OmE | 25 min

 

2012, während der Besetzung des Nordens von Mali durch islamistische Kämpfer, wird die unglaubliche Rettung der Manuskripte von Timbuktu zu einem Symbol für die ganze Welt. Crépus Dokumentarfilm berichtet über die außerordentliche Bedeutung der Manuskripte für das kulturelle Gedächtnis Malis, bei dem couragierte Bürger Timbuktus ihr Leben riskierten, um dieses Welterbe vor der Bedrohung der bewaffneten Gruppen zu retten. Der Regisseur folgt den Spuren dieser wertvollen Pergamente bis ins Exil. Der Einsatz zur Rettung der Manuskripte ist bis heute voller Geheimnisse. Crépu zeichnet die Geschehnisse nach und lässt uns dabei tief in die politischen, religiösen und kulturellen Realitäten des heutigen Mali eintauchen.

Im Vorprogramm läuft TINYE SO, der preisgekrönte Kurzspielfilm von Daouda Coulibaly über einen Griot in Mali

JEAN CRÉPU (*1958), begann seine Karriere als Kameramann und widmete sich dann als Regisseur dem Genre des Dokumentarfilms. Er erhielt mehrere Auszeichnungen für seine Filme, darunter den Best Documentary Award beim Festival international du scoop et du journalisme in Angers im Jahr 2000.

HAMOU BEYA SANDFISHERS

DONNERSTAG, 16. NOVEMBER: 19.30 
Andrey Samoute Diarra
Mali 2010 DVD I OmE I 72 min

In Anwesenheit des Regisseurs Andrey Samoute Diarra

Für die Bozo aus der Region um die Stadt Mopti in Mali ist die Fischerei im Niger seit jeher Haupteinnahmequelle und Existenzgrundlage. Sie verbindet eine spirituelle Beziehung zu dem Fluss. Doch nun ist auch hier der Klimawandel spürbar, der Wasserstand ist niedrig, nur noch wenige Fische verfangen sich im Netz. Viele junge Männer verlassen deshalb die Dörfer und werden zu „Sandfischern“ in der weit entfernten Hauptstadt Bamako. Die Baubranche boomt hier, der Bedarf an Bausand ist groß. Der Sand aus dem Flussbett des Niger ist dafür bestens geeignet, mit Eimern wird er unter Wasser von den Männern abgebaut. Der Film dokumentiert am Beispiel des jungen Gala sehr eindringlich das Thema Landflucht und den damit verbundenen Wertewandel einer Gesellschaft.

ANDREY S. DIARRA begann nach seinem Marketingstudium als Autodidakt erste Filme für NGOs in Mali zu drehen. Er arbeitete für den holländischen Fernsehsender VPRO-Metropolis TV und das Medien-Netzwerk Africa Interactive. 2012 realisierte er mit HAMOU-BÉYA PÊCHEURS DE SABLE seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm, der bei mehr als 30 internationalen Festivals lief und zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

SAHEL SHORTS

DONNERSTAG, 16. NOVEMBER: 21.00
Kurzfilmprogramm
Senegal/Mauretanien 2010-2017 Digital | OmE I ca. 70 min
anschließend Gespräch mit Alassane Sy (Regisseur, Senegal)

Mit den SAHEL SHORTS präsentiert AFRIKAMERA eine Auswahl herausragender Kurzfilme aus der Region.

In EXTREMISTE von Sidi Mohamed Cheiguer Junior wird ein undisziplinierter Teenager von seinen Eltern in eine Koranschule in die mauretanische Provinz geschickt.

Aliou Sow folgt in seinem Film TERREMÈRE dem Pendler Abdoulaye, der den Körper seines bei einem Unfall getöteten Bruders in das Dorf seiner Eltern überführt.

Alassane Sy erzählt in LE MARABOUT von dem Detektiv Diagne, der einer Gruppe von Straßenkindern in Dakar folgt, als sie ihn bestehlen. Dabei wird er mit den Gefahren konfrontiert, denen die Kinder in ihrem täglichen Leben ausgesetzt sind.

ALASSANE SY wurde in Mauretanien geboren und zog in den 1980er Jahren mit seiner Familie nach Senegal. Es folgten Aufenthalte in Paris und New York, wo er eine erfolgreiche Karriere als Model begann. Durch ein Magazin-Shooting lernte er den Fotografen und Regisseur Andrew Dosunmu kennen, der ihn 2011 mit der Hauptrolle für seinen Spielfilm „Restless City“ besetzte. Es folgte „Mediterranea – Refugees welcome?“ unter der Regie von Jonas Carpignano, der für die Critics Choice Awards in Cannes nominiert wurde.

MARABOUT ist seine erste Regiearbeit.

THE FRUITLESS TREE

FREITAG, 17. NOVEMBER: 17.00
Aicha Macky
Niger/Frankreich 2016 I Blu Ray I OmE | 52 min
In Anwesenheit der Regisseurin

Vorfilm SAVOIR FAIRE LE LIT
Aicha Macky
Niger/Senegal 2013 I DVD | OmU I 26 min

In einem Doppelfeature stellt AFRIKAMERA zwei Arbeiten der nigrischen Regisseurin und Soziologin Aicha Macky vor.

„Kann man im Niger nicht einfach eine Frau sein, ohne eine Mutter zu sein?“, fragt Macky zu Beginn ihres feministischen Dokumentarfilms L’ARBRE SANS FRUIT. In einem Land, wo „Normen Gesetz und Männer Könige sind“, haben kinderlose Frauen einen schweren Stand. An der Fruchtbarkeit des Mannes wird selten gezweifelt. Wenn Ärzte und Wunderheiler keine Abhilfe schaffen können, wird kurzerhand eine zweite Frau in den Eheverbund geholt. Kinderlosigkeit bedeutet für die Frauen dabei nicht nur seelischen Schmerz und gesellschaftlichen Statusverlust, sondern hat auch eine existenzielle Dimension. Auf subtile Weise seziert die Filmemacherin und Soziologin die Schieflagen der nigrischen Gesellschaft.

In ihrem Kurzfilm SAVOIR FAIRE LE LIT setzt sich Macky mit Tabus in der sexuellen Erziehung und den Folgen für das Verhältnis von Müttern zu ihren Töchtern auseinander.

AICHA MACKY (*1982) ist Dokumentarfilmerin aus Niger. Nach ihrem Soziologiestudium an der Universität von Niamey

machte sie ihren Abschluss in Dokumentarfilm an der Gaston Berger University in St. Louis (Senegal). In ihren Filmen behandelt Macky Tabuthemen wie Körperwahrnehmungen, Sexualität und Geschlechterverhältnisse. Ihr Dokumentarfilm L’ARBRE SANS FRUIT – THE FRUITLESS TREE (2016) wurde u.a. als bester Dokumentarfilm bei den African Movie Academy Awards in Nigeria ausgezeichnet.

LIBYA IN MOTION

FREITAG, 17. NOVEMBER: 19.00
Kurzfilmprogramm
Libyen 2015 DCP I OmE I 74 min
anschließend Gespräch mit Naziha Arebi und Muhannad Lamin (Regisseure, Libyen)

Das Programm LIBYA IN MOTION beinhaltet eine Auswahl von Kurzfilmen der Post-Gaddafi-Ära. In den Jahren 2012–15 in Tripolis und Bengasi entstanden, geben die Filme intime Einblicke in den Alltag des bürgerkriegsgeschüttelten Landes. Die Geschichten handeln von einer Großmutter, die die Nationalflagge nach ihrem eigenen Geschmack näht; von einer jungen Frau, die beschlossen hat, Filmregisseurin zu werden; von einem Fischer; einem Philosophen; von illegalen Einwanderern, die in der Vorhölle einer Jugendstrafanstalt gefangen sind; von einer Gruppe junger Filmemacher, die versuchen, ihren Film finanziert zu bekommen.

Mit Naziha Arebi und Muhannad Lamin sind zwei der am Projekt beteiligten Regisseure zur Filmvorführung zu Gast.