FAHAVALO, MADAGASCAR 1947

FR 20 NOV 18.30


Marie-Clémence Andriamonta-Paes
Madagaskar / Frankreich 2018 | OmE | 91 min



Q & A mit Marie-Clémence Andriamonta-Paes


Der sogenannte „Madagaskar-Aufstand“ (Insurrection malgache) gegen die französische Kolonialbesatzung bildet bis heute ein zentrales Ereignis im kollektiven Gedächtnis Madagaskars, das in diesem Jahr den 60. Jahrestag seiner Unabhängigkeit begeht. Nachdem Charles de Gaulle sein Versprechen gebrochen hatte, den Inselstaat als Dank für die Unterstützung der Alliierten in die Unabhängigkeit zu entlassen, brach im März 1947 ein Aufstand los.
Die Dokumentation FAHAVALO, MADAGASCAR 1947 zeichnet mit Hilfe von Archivmaterial und Zeitzeugenberichten die Hintergründe nach. Der Guerillakampf der lokalen „Fahavalo“ („Feinde Frankreichs“), die nur mit Speeren und Talismanen bewaffnet gegen die französischen Besatzer kämpften, konnte erst im Dezember 1948 niedergeschlagen werden.

FAHAVALO, MADAGASCAR 1947 erhielt eine Special mention beim JCC Carthage Film Festival in Tunesien und wurde mit dem “Documentaries of the world award“ beim 42. World Film Festival in Montréal / Canada ausgezeichnet.


Marie-Clémence Andriamonta-Paes ist in Madagaskar geboren und aufgewachsen. Sie gründete 1988 zusammen mit Cesar Paes die Produktionsfirma Laterit.
Zu ihren Projekten gehören Angano… angano… Tales from Madagascar (1989), Songs and Tears of Nature (1992), Saudade do Futuro (2001), Mahaleo (2005), An opera from the Indian Ocean (2012), Ady Gasy (2015) und Songs for Madagascar (2016). Fahavalo ist ihre erste Arbeit als Regisseurin.

CINEMA SPACES NETWORK | PRÄSENTATION

FR 20 NOV 17.00


CINEMA SPACES NETWORK | PRÄSENTATION | ONLINE
IN KOOPERATION MIT DEM HUMBOLDT FORUM, BERLIN
Ein Treffen mit den Mitgliedern einer neuen Kino-Initiative und Einblicke in die Entstehung eines Pilotprojekts

Was ist Kino im 21.Jahrhundert? Antworten auf diese Frage zu finden ist seit langem überfällig und hat in Zeiten der Pandemie eine neue Dringlichkeit bekommen.



Das Humboldt Forum in Berlin hat fünf erfahrene Initiativen aus Afrika eingeladen, Ideen zu diskutieren und gemeinsam praxisorientierte Konzeptionen und Strategien für das Kino als Ort der Begegnung und der Kunst zu entwickeln. Der Think Tank konzentriert sich auf ortsspezifische, realisierbare und innovative Ansätze. Es ist unsere gemeinsame Vision und Ambition, kulturelle, soziale und politische Aspekte zusammenzudenken – sei es bei der Wiederbelebung zwischenzeitlich geschlossener Kinos oder bei der Erfindung neuer Orte für Kinovorführungen – mit nachhaltigen Geschäftsmodellen.

Das Cinema Spaces Network ist ein Pilotprojekt, das auf den Prinzipien von Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch aufbaut, in den Bereichen: Erforschung von Märkten und Bedarfsermittlung, Formen der Filmpräsentation und Erschließung neuer Zuschauersegmente. Zum einen geht es dabei um den Aufbau eines inner-afrikanischen Netzwerks zwischen den fünf beteiligten Initiativen, zugleich aber auch um den Versuch, die individuellen Projekte in den existierenden Formen des Kulturaustauschs zwischen dem Globalen Süden und Norden zu unterstützen.

Um etwas in Gang zu bringen, ist das Cinema Spaces Network zunächst auf fünf Initiativen beschränkt. Aber wir wollen kein geschlossener Club sein!
Es gehört zu unserem Selbstverständnis, von Beginn an und mit allen weiteren Aktivitäten transparent zu arbeiten, mit einer Offenheit insbesondere für Initiativen in Afrika, die ähnlich wie wir arbeiten. Aber auch für strategische Partner und Unterstützer, die unsere Leidenschaft für und den Glauben an das Kino als einen magischen Ort für Begegnungen unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen teilen.

Die fünf CSN-Initiativen sind:

CINE GUIMBI

Burkina Faso – vertreten durch Berni Goldblat


Courtesy ASCBF (Association de Soutien du Cinéma Burkina Faso)

 

CINE NA BISO

Democratic Republic of Congo – vertreten durch Tshoper Kabambi


Courtesy of Cine Na Biso

 

SUDAN FILMMAKERS’ ASSOCIATION

Sudan – vertreten durch Mohamed Awad Farah


Courtesy of the Sudanese Filmmaking Association

 

SUNSHINE CINEMA

South Africa – vertreten durch Sydelle Willow Smith


Courtesy of SUNSHINE CINEMA

 

THE NEST COLLECTIVE, Kenya – vertreten durch Njeri Gitungo


Courtesy of THE NEST COLLECTIVE

 

Moderation: Dorothee Wenner für das Humboldt Forum, Berlin

Die Präsentation erfolgt online auf Zoom und wird live auf Facebook von AFRIKAMERA gestreamt. Die aktive Teilnahme erfordert eine Voranmeldung unter zoom@afrikamera.de.

 

THE GHOST AND THE HOUSE OF TRUTH

MI 18 NOV 19.30


Akin Omotoso
Nigeria 2019 | OmE | 69 min
Deutschlandpremiere


Bola Ogun ist eine engagierte Beraterin, die in Lagos Versöhnungssitzungen zwischen Sträflingen und den Opfern ihrer Verbrechen ermöglicht. Ihr Glaube an Vergebung wird auf eine schwere Probe gestellt, als ihre Tochter Nike nicht von der Schule nach Hause zurückkehrt. Die schwangere Kommissarin Folashade „Stainless“ Adetola übernimmt die Ermittlungen. Die Spuren führen in das pädokriminelle Milieu von Lagos… Der Nollywood-Thriller des nigerianischen Regisseurs Akin Omotoso wurde beim Urban World Film Festival 2019 in New York als „Best Narrative Feature Film“ mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet. AFRIKAMERA präsentiert den Film als Deutschlandpremiere.


Akin Omotoso wurde in Ibadan, Nigeria geboren. Er studierte Theaterwissenschaften an der Universität Kapstadt. Sein Film Vaya wurde 2016 auf dem Toronto International Film Festival uraufgeführt und Omotoso wurde bei den „African Movie Academy Awards“ als bester Regisseur ausgezeichnet. The Ghost And The House Of Truth ist sein neuester Film.

FINDING SALLY


in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung | Screening und Diskussion ONLINE
Tamara Mariam Dawit
Äthiopien / Kanada 2020 I OmE | 78 min

Link für die Anmeldung zum Film https://calendar.boell.de/de/event/finding-sally
anschließend Diskussion mit Tamara Dawit (Regisseurin), Fisseha Tekle (Amnesty International Ethiopia) und Ulf Terlinden (Heinrich-Böll-Stiftung Kenia)
In englischer Sprache



Der Dokumentarfilm FINDING SALLY (Äthiopien / Kanada 2020) erzählt die Geschichte einer 23-jährigen Frau aus einer Familie der Oberschicht, die mit dem Eintritt in die Äthiopische Revolutionäre Volkspartei zu einer kommunistischen Rebellin wurde. Sally landete auf der Liste der meistgesuchten Personen der Militärregierung. Sie tauchte unter, ihre Familie sah sie nie wieder. Vier Jahrzehnte nach Sallys Verschwinden fügt Tamara Dawit das Leben ihrer Tante Sally zusammen. Ihre Suche führt sie dazu, Vorstellungen von Zugehörigkeit, persönlichen Überzeugungen und politischen Idealen in Frage zu stellen, und das zu einer Zeit, in der Äthiopien erneut wichtige politische Veränderungen durchläuft.

Im Anschluss an das Screening diskutieren die Regisseurin Tamara Dawit, der Menschenrechtsexperte Fisseha Tekle (Amnesty International Ethiopia) und Ulf Terlinden (Heinrich-Böll-Stiftung Kenia) über den Film, seine Entstehungsgeschichte und die politischen Ereignisse in Äthiopien mit besonderem Blick auf die dortige Menschenrechtslage. Die Veranstaltung findet online unter calendar.boell.de/de/event/finding-sally statt.


Tamara Dawit ist eine Filmemacherin äthiopischer, britischer und ukrainischer Herkunft. Sie lebt und arbeitet in Äthiopien. Dawit produzierte unter anderem die Dokumentarfilme Forgotten Children (2007, EOne), Girls of Latitude (2008, MTV/CTV) und führte Regie bei Grandma Knows Best? (2014, Bravo).

 

NARDJES A.

MI 18 NOV 18.00


Karim Aïnouz
Algerien / Frankreich / Deutschland / Brasilien / Katar 2020 | OmE | 80 min


Q & A mit Karim Aïnouz und Toby Ashraf


Frühjahr 2019: Auf seiner ersten Reise nach Algerien erlebt der brasilianisch-algerische Filmemacher Karim Aïnouz die Proteste gegen eine fünfte Amtszeit des Präsidenten Bouteflika unmittelbar mit. Im Maghreb Café in Algier lernt er die Kellnerin, Schauspielerin und politische Aktivistin Nardjes kennen. Aïnouz entscheidet sich, Nardjes über einen Zeitraum von 24 Stunden am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2019, in Algier zu begleiten.
Mit dem Smartphone gefilmt, gelingt Aïnouz ein mitreißendes filmisches Dokument der sogenannten „Revolution of Smile“. Dabei zeichnet er ein eindringliches Porträt einer algerischen Jugend, die selbstbewusst gegen Korruption und für die demokratische Zukunft ihres Landes auf die Straße geht.


Karim Aïnouz ist 1966 in Fortaleza im Nordosten Brasiliens geboren. Nach Abschluss seines Architekturstudiums in Brasilien studierte er Film an der New York University. Seit 1990 dreht er Spiel- und Dokumentarfilme und arbeitet installativ.
Sein Spielfilmdebüt Madame Satã wurde 2002 in Cannes in der Sektion Un Certain Regard uraufgeführt. Er drehte außerdem die Filme Love for Sale, 2006 (Venice Orizzonti), I Travel Because I Have To, I Come Back Because I Love You, 2009 (Venice Orizzonti) und The Silver Cliff, 2011 (Cannes Directors’ Fortnight). Im Jahr 2014 wurde Futuro Beach im Wettbewerb der 64. Berlinale gezeigt. Der Dokumentarfilm Zentralflughafen THF feierte seine Premiere auf der 68. Berlinale (Panorama) und gewann den Amnesty International Preis. Sein letzter Spielfilm The Invisible Life of Euridice Gusmão gewann den Preis Un Certain Regard bei den Filmfestspielen in Cannes 2019 und war brasilianischer Oscar-Beitrag.

THIS IS NOT A BURIAL, IT’S A RESURRECTION

DI  17 NOV 19.00 ERÖFFNUNG

Lemohang Jeremiah Mosese
Lesotho 2019 | OmU (Deutsch) | 120 min



Q & A Lemohang Jeremiah Mosese und Toby Ashraf


Weihnachten im lesothischen Bergdorf Nasaretha: Nachdem die alleinstehende 80-jährige Mantoa erfahren hat, dass ihr letzter noch lebender Sohn bei einem Minenunglück im benachbarten Südafrika ums Leben gekommen ist, hat sie nur noch einen Wunsch – sie möchte sterben und gemeinsam mit ihrem Sohn begraben werden. Doch die Pläne für ihr friedliches Ableben werden durchkreuzt, als sie von einem Dammprojekt erfährt, das ihr Dorf und den Friedhof unter einem Stausee begraben soll. Mantoa beschließt, das spirituelle Erbe ihrer Gemeinde zu verteidigen… Das bildgewaltige Drama wurde unter anderem beim Sundance Festival mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.


Lemohang Jeremiah Mosese ist Filmemacher und Künstler aus Lesotho und derzeit ansässig in Berlin. Er arbeitet als Autor, Regisseur und Kameramann. Seine preisgekrönten Kurzfilme und Videokunst-Arbeiten wurden international präsentiert. Moseses Langfilmessay Mother, I am Suffocating. This is My Last Film About You. feierte 2019 bei der Berlinale seine Premiere. Mosese ist Alumnus von Berlinale Talents (2012) und Teilnehmer des „Focus Features Africa First“, der „Realness Screenwriter‘s Residency“, dem „Final Cut Venice“ und „Venedig Biennale Cinema College“ und „Cannes L’Atelier”.