POPPIE NONGENA

SO 22 NOV 21:30
Christiaan Olwagen
Südafrika 2019 | OmE | 106 min


Kapstadt zur Zeit der Apartheid, Mitte der 70er-Jahre. Poppie Nongena arbeitet als Haushälterin für eine reiche weiße Familie. Als ihr Mann seinen Job verliert, greift ein Apartheidgesetz zur Ausgrenzung der schwarzen Mehrheitsbevölkerung: Poppie gilt nun als Illegale in ihrem eigenen Land und soll mit ihren Kindern in das Homeland ihres Mannes im Norden Südafrikas zwangsumgesiedelt werden. Als zeitgleich 1976 der Schüleraufstand in Soweto gegen das Regime losbricht, muss Poppie nicht nur um ihr eigenes Leben, sondern auch um das ihres Sohnes bangen…
Der Film beruht auf dem Roman Der lange Weg der Poppie Nongena der südafrikanischen Schriftstellerin Elsa Joubert, einem großen Publikumserfolg. Allein in Südafrika erhielt das Buch vier Literaturpreise.
Die Verfilmung wurde beim Silwerskerm Festival 2020 in Camps Bay mit insgesamt 12 Awards ausgezeichnet, darunter auch als bester Film.

Christiaan Olwagen (*1987) ist einer der aktivsten Regisseure Südafrikas. Er begann seine Karriere am Theater und wurde als Regisseur mit Rosalie Van der Gucht und Standard Bank Young Artist Award ausgezeichnet. Mit Poppie Nongena realisierte Olwagen seinen vierten Spielfilm.

EGYPT’S MODERN PHARAOHS

SO 22 NOV 19:00
Jihan El-Tahri
Ägypten / Südafrika / Frankreich 2015 I OmE | 97 min

Am 25. Januar 1952 brannte die Innenstadt von Kairo bis auf die Grundmauern nieder, der Mob forderte den Abzug der britischen Kolonialherrschaft und forderte “Brot, Freiheit und soziale Gerechtigkeit” ein. 59 Jahre später, auf dem Tahir-Platz, genau am gleichen Tag, offenbart sich die gleiche Wut und die gleichen Parolen wurden geschwungen. Wurde die Hoffnung Ägyptens auf wahre Unabhängigkeit vereitelt?
In EGYPT´S MODERN PHARAOHS zeichnet die französisch-ägyptische Regisseurin Jihan El-Tahri die politische Entwicklung ihres Heimatlandes Ägypten seit 1952 nach. Als Ergebnis mehrjähriger Archivarbeit widmet El-Tahri ihren Film den drei zentralen Figuren ägyptischer Politik: Gamal Abdel Nasser, Anwar As-Sadat und Hosni Mubarak und erklärt, warum die von Präsident Nasser gelegten Strukturen über die Jahrzehnte intakt geblieben sind und Weichenstellungen der aufeinanderfolgenden Machtregime für eine gefestigte Unabhängigkeit in der Revolution 2011 auf dem Tahir-Platz mündete.

Die französisch-ägyptische Regisseurin und Produzentin Jihan El Tahri begann ihre Karriere als Auslandskorrespondentin für Nahostpolitik und hat seit 1990 Dokumentarfilme für BBC, PBS, Arte und andere internationale Sender produziert. Ihr Dokumentarfilm Nasser war Teil der offiziellen Auswahl beim Toronto International Film Festival 2017. El Tahri hat die renommierten Dokumentarfilme Behind the Rainbow, Cuba, an African Odyssey und House of Saud produziert und inszeniert. Sie ist nicht nur Mitglied der Dokumentarfilmsektion der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), sondern auch in verschiedenen Verbänden und Institutionen, die mit dem afrikanischen Kino arbeiten, wie der Gilde der afrikanischen Filmemacher in der Diaspora (Guild of African Filmmakers in the Diaspora), der Federation of Pan African Cinema (FEPACI) sowie Focus Feature’s Africa first Program, und ist Mentorin am Documentary Campus. Seit März 2019 ist sie zudem Geschäftsführerin der NGO DoxBox.

 

BEST OF AFRICAN SHORTS

SO 22 NOV 17:30
Kurzfilmprogramm
Algerien / Ägypten / Kenia / Madagaskar / Südafrika / Kanada 2017-19 / 75 min

In Kooperation mit dem FESTIVAL CINÉMAS D’AFRIQUE LAUSANNE präsentiert AFRIKAMERA eine Auswahl herausragender aktueller Kurzfilme vom afrikanischen Kontinent.


APOCALYPSE NOW NOW

Michael Matthews
Südafrika / Kanada 2017 | OmE | 8 min

 

Der sechzehnjährige Schüler Baxter hat an seiner Highschool einen florierenden Handel mit Pornos aufgebaut, die Sex mit fantastischen Wesen zeigen. Und er ist verliebt in die zauberhafte Kleptomanin Esmé. Als sie von einem wahnsinnigen Serienmörder entführt wird, laufen die Dinge aus dem Ruder. Bald befindet sich Baxter auf Monsterjagd mit dem heruntergekommenen Kopfgeldjäger Ronin, der ihn in die Geheimnisse der fantastischen Unterwelt Kapstadts einweiht…. Der 7-minütige Konzeptfilm APOCALYPSE NOW NOW basiert auf dem gleichnamigen Urban Fantasy-Roman des südafrikanischen Autors Charlie Human. Die von den Produktionsstudios Redlab Digital und XYZ Films verantwortete Produktion ist als Teaser für eine geplante Langfassung des Films konzipiert.


ZANAKA (Ainsi parlait Félix)

Lova Nantenaina
Madagaskar 2019 | OmE | 29 min

 

Wie so viele andere kämpfte Felix Robson während des Aufstands vom 29. März 1947 gegen das französische Kolonialregime für die Freiheit Madagaskars. Das Ziel, nach der Niederschlagung des Aufstands alle Widerstandskämpfer zu töten, konnten die französischen Unterdrücker glücklicherweise nicht erreichen. Auch Felix überlebte und kehrte um 1949 nach Antananarivo zurück, wo er seitdem als Glaser arbeitete, heiratete und viele Kinder bekam. Trotz des Unrechts, das Felix erleiden musste, hegt er keinen Groll, sondern blickt mit kritischem Geist weiter nach vorne, um die Neokolonialisierung Madagaskars zu kritisieren, die auch nach der Unabhängigkeit bis heute in Form von Ausbeutung des Landes durch von westlichen Unternehmen getragene Bergbauprojekte und Agribusiness fortbesteht. „Wenn einige die Kolonialisierung fortsetzen wollen, müssen sich die Madagassen mit einem starken Nein dagegenstellen, unabhängig davon, wer die Kolonisten sind”, so Felix.
Mit ZANAKA (Ainsi parlait Félix) erzählt der madagassische Regisseur Lova Nantenaina die Geschichte der (Neo)kolonialisierung des Landes in Form eines bewegenden biographischen Porträts.


MISFIT

Karanja Ng’endo
Kenia 2018 | OmE | 5 min

„Wenn Farbe zu einer Krise wird. Zu schwarz, um weiß zu sein. Zu weiß, um schwarz zu sein.“ In seinem poetischen Kurzfilm MISFIT wirft der kenianische Filmemacher Karanja Ng’endo einen experimentellen Blick auf die Auswirkungen von Albinismus und Kolorismus in der schwarzen Community.


ONCE UPON A TIME IN A CAFÉ

Noha Adel
Ägypten 2019 | OmE | 16 min

Ein heißer Sommer im Jahr 2018. Bassem, ein wohlhabender, angesehener Universitätsstudent und Fußballverrückter begibt sich in einen Laden in einem der alten Slums von Kairo, um ein Geschäft abschließen, das mit dem Beginn des Spiels Ägypten gegen Russland bei der Weltmeisterschaft zusammenfällt, das er auf keinen Fall verpassen darf. Er schaut sich das Spiel auf einem Sportkanal in einem dortigen Straßencafé an, und die verrückteste aller Nächte beginnt!


SYNAPSE

Noureddine Zerrouki
Algerien 2019 | OV | 17 min

In dem Kurzfilm SYNAPSE des algerischen Regisseurs Noureddine Zerrouki treffen zwei Männer mit unterschiedlichen Handicaps während einer Busfahrt aufeinander – der eine mit gebrochenem Bein, der andere blind. Zwei Welten treffen aufeinander, Konflikte brechen los – und am Ende enthüllt sich eine friedliche Wahrheit.

SARRAOUNIA

SO 22 NOV 15:00
Med Hondo
Mauretanien / Burkina Faso / Frankreich 1986 | OmE | 120 min

Am 2. Januar 1899 wird ausgehend vom französischen Sudan eine Kolonne unter Führung der französischen Generäle Voulet und Chanoine gegen den schwarzen Sultan Rabah im heutigen Süden Nigers geschickt. Die Kolonialisten hinterlassen eine Spur der Zerstörung auf ihrem Weg nach Süden. Während angrenzende Völker entweder keine Kampfbereitschaft zeigen oder gar mit Kolonialisten kollaborieren, stellt sich Sarraounia, die sagenumwobene Königin der Azna, der kolonialen Terrormission entgegen…

Inspiriert vom gleichnamigen Roman des nigrischen Schriftstellers Abdoulaye Mamani, zeigt AFRIKAMERA mit SARRAOUNIA einen Klassiker des 2019 verstorbenen französisch-mauretanischen Filmemachers Med Hondo.
Der Kampf der schwarzen Königin wurde 1986 beim Filmfestival FESPACO präsentiert, wo er vom afrikanischen Publikum begeistert aufgenommen und mit dem Hauptpreis auszeichnet wurde. In Frankreich lief der Film statt in 14 Kinos, wie ursprünglich mit dem Filmverleih vereinbart, nur in fünf Kinos an und wurde bereits nach zwei Wochen aus dem Programm genommen. Mehrere französische Künstler*innen und Intellektuelle, darunter der Regisseur Costa-Gavras, empfanden dies als Zensur aufgrund des unliebsamen Themas und protestierten dagegen, jedoch ohne Erfolg. In anderen Ländern war der Film nur bei Festivals zu sehen, darunter im Rahmen des Berlinale Forums 1987. Für Med Hondo, der auch Produzent des Films war, bedeuteten die ausbleibenden Kinoeinnahmen den persönlichen finanziellen Bankrott.

Med Hondo, geboren 1936 in Atar, Mauretanien, emigrierte Ende der 1950er-Jahre nach Frankreich, wo er in Paris eine Theatergruppe gründete und sich dem Film zuwandte. Mitte der 1960er-Jahre begann er mit den Dreharbeiten zu seinem ersten Spielfilm Soleil Ô, der international Aufmerksamkeit erregte. In seinen darauffolgenden Filmen thematisierte Hondo die Geschichte des afrikanischen Kontinents und dessen Diaspora. Er starb 2019 in Paris.

SOFTIE

SA 21 NOV 21:30
Sam Soko
Kenia 2020 | OmE | 96 min

Im Zentrum des ersten Dokumentarfilms von Sam Soko steht der politische Aktivist Boniface „Softie“ Mwangi. Nach langem Kampf als politischer Aktivist und Fotograf gegen die Ungerechtigkeiten in seiner Heimat Kenia beschließt er 2017 bei einer regionalen Wahl in seinem alten Stadtviertel Starehe in Nairobi für das Parlament zu kandidieren. Gedreht über einen Zeitraum von fünf Jahren unter widrigen Umständen in einem politischen Klima, das von Straßenprotesten gegen Korruption, Polizeibrutalität und außergerichtlichen Tötungen geprägt war, begleitet der Film Softie bei den Versuchen, eine saubere Kampagne gegen seine korrupten Gegner zu führen. Eine Geschichte über Politik, Familie und was es bedeutet, Kenianer zu sein.

SOFTIE feierte seine Premiere beim Sundance Festival 2020 und wurde dort mit einem World Cinema Documentary Special Jury Award ausgezeichnet.

Sam Soko machte sich vor allem als Drehbuchautor und Regisseur von Musikvideos einen Namen, bevor er sich dem Dokumentarfilm zuwendete. Soko ist Mitbegründer von Lightbox Africa, einer Filmproduktionsfirma mit Sitz in Nairobi. Als Filmemacher arbeitet er schwerpunktmäßig mit politischen Aktivist*innen in Sudan und Simbabwe sowie internationalen Künstler*innen wie Aloe Blacc zusammen. SOFTIE ist sein Langfilmdebüt.

AFTER YOUR REVOLT, YOUR VOTE! APRÈS TA RÉVOLTE, TON VOTE

SA 21 NOV 19:30
Parfait Kaboré
Burkina Faso / Frankreich 2019 | OmE | 90 min

Nach einem Volksaufstand im Oktober 2014 verpflichtete sich Burkina Faso zu einer historischen Abstimmung: dem ersten Regierungswechsel durch demokratische Wahlen. Die Bewegung „Le Balai Citoyen“ (der Besen der Bürger), ins Leben gerufen von den Musikern Smockey und SamsK le Jah, ist die treibende Kraft hinter den Aufständen und zugleich ein Protestsymbol, mit dem die Straßen des Landes von Korruption gesäubert werden sollen. Die Dokumentation von Kiswendsida Parfait Kaboré begleitet die Bewegung beim Aufbau eines neuen politischen Systems.

Kiswendsida Parfait Kaboré, geboren 1984 in Ouagadougou, Burkina Faso, absolvierte in Saint Louis, Senegal einen Master-Abschluss in Dokumentarfilm. Er produzierte dokumentarische Kurzfilme, darunter Demain l’Afrique und A Double Tranchant, die während der Sommerschule von La Fémis gedreht wurden. Mit Place à la revolution, der unter anderem beim “Festival du film documentaire de Saint-Louis du Sénégal” mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, initiiert sein erster abendfüllender Dokumentarfilm eine Trilogie über politische und soziale Veränderungen in Burkina Faso. Après ta révolte, ton vote ist das zweite Kapitel dieser Trilogie, die im November 2019 bei der IDFA ihre Weltpremiere feierte.

DAYS OF CANNIBALISM

SA 21 NOV 17:15
Teboho Edkins
Südafrika / Frankreich / Niederlande 2020 | OmE | 80 min


Der südafrikanische Regisseur Teboho Edkins lotet in seinen hybriden Dokumentarfilmen die Genres des Kinos aus. Mit GANGSTER PROJECT (2011) und MY NAME IS SHERIFF NOW (2016) war Edkins bereits zwei Mal im Programm von AFRIKAMERA vertreten.

Sein aktueller Film DAYS OF CANNIBALISM spielt im dünn besiedelten Osten Lesothos im Distrikt Thaba-Tseka. Die Globalisierung in Gestalt von chinesischen Wirtschaftsmigranten ist mittlerweile auch in das raue Hinterland der Enklave in der Republik Südafrika vorgedrungen und fordert traditionelle Wertesysteme heraus.

Edkins porträtiert dabei die entstandenen Parallelgesellschaften – chinesische Händler auf der einen Seite, die Basotho, traditionelle Viehzüchter, auf der anderen Seite, ohne in simplen Dualismus zu verfallen. Ihm gelingt so eine eindrückliche Studie über gesellschaftliche Machtgefälle und latente Gewalt.


Teboho Edkins, geboren 1980 in Tennessee, USA, aufgewachsen in Lesotho und Südfrika, lebt heute in Kapstadt und Berlin. Er studierte Fotografie und Bildende Kunst an der Michaelis School of Fine Art in Kapstadt und am Le Fresnoy im französischen Tourcoing. Anschließend besuchte er die Deutsche Film- und Fernsehakademie in Berlin (DFFB). Seine Filme wurden auf über 400 Festivals sowie im Rahmen von Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, darunter im Centre Pompidou, in der Tate Modern und im Haus der Kulturen der Welt.

REVOLUTIONARY SHORTS

SA 21 NOV 15.00
Kurzfilmprogramm
Namibia / DR Kongo / Senegal / Frankreich / Demokratische Arabische Republik Sahara 2018-19 | OmE | 85 min

Das Programm REVOLUTIONARY SHORTS präsentiert eine Auswahl herausragender Kurzfilme zum diesjährigen Festivalschwerpunkt.


INVISIBLES (KAUNAPAWA)

Joel Haikali
Namibia 2019 | OV | 16 min

In INVISIBLES (KAUNAPAWA) von Joel Haikali macht sich ein Paar auf eine Reise durch das namibische Outback, um über sich selbst und seinen Platz in der Post-Apartheid-Gesellschaft zu reflektieren.


E’VILLE

Nelson Makengo
Demokratische Republik Kongo 2018 | OmE | 10 min

E’VILLE steht für Elisabethville, wie die kongolesische Metropole Lubumbashi bis 1966 von den belgischen Kolonialherren genannt wurde. Nelson Makengo nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine introspektive Reise durch die verlassenen Ruinen einer Minenanlage der staatlichen Bergbaufirma Gécamines, begleitet von den Worten aus einem der letzten Briefe von Patrice Lumumba an seine Frau Pauline, den er kurz vor seiner Ermordung in E‘ville geschrieben hatte. Eine Reise in das kollektive Gedächtnis des Landes.


TABASKI

Laurence Attali
Senegal / Frankreich | 2019 I OmE | 26 min

Dakar. Wenige Tage vor Tabaski arbeitet ein Maler, in seinem Atelier eingeschlossen, am Thema des rituellen Opfers des Widders. Rote Farbe tropft von den Skizzen, die an Wäscheleinen hängen. Eine Inschrift an der Wand: “Tabaski, wer ist an der Reihe?” Drei Charaktere und ein Schaf umkreisen ihn und verbinden ihn wieder mit der Realität.

HINWEIS: Dieser Film verbindet Fiktion, Kunst und Politik und ist frei inspiriert von dem Werk des Malers Iba Ndiaye (1928-2008) mit dem Titel „La Ronde de Tabaski, à qui le tour?“, welches er zwischen den 1960er und 1980er Jahren realisierte. Eine Art Allegorie, in der das Schaf als Symbol aller Opfer dargestellt wird. In der Tat dachte Iba Ndiaye nicht direkt an das Opfer von Schafen für Tabaski im Senegal, sondern an die Opfer von Kolonialisierung, Segregation und Apartheid. „Malen ist Erinnern“, sagte er.


TOUFA

Brahim Chagaf
Demokratische Arabische Republik Sahara 2019 | OmE I 30 min

Mitte der 70er-Jahre, als die spanischen Truppen die Westsahara verlassen, stehen die Saharauis am Scheideweg. Der eindrückliche Kurzfilm TOUFA von Brahim Chagaf reflektiert das Schicksal des Volkes, dem ein unabhängiger Nationalstaat bis heute verwehrt geblieben ist, aus drei unterschiedlichen Perspektiven.


JOURNÉE NOIRE

Yoro Mbaye
Senegal 2019 | OmE | 13 min

In JOURNÉE NOIRE, dem aktuellen Kurzfilm des senegalesischen Regisseurs Yoro Mbaye, schließt sich der 23-jährige Ngor, ein brillanter Jurastudent, seinen Kameraden an der Front an – und wird durch Polizeigeschosse getötet.

KUNST UND KULTUR IN ZEITEN VON CORONA – FILMSCHAFFEN IN AFRIKA WÄHREND DER PANDEMIE

SA 21 NOV 13.00
DISKUSSION | ONLINE
IN KOOPERATION MIT WELTFILME E.V.

 

Wie wirkt sich die Pandemie in den afrikanischen Ländern auf das Kultur- und Filmschaffen konkret aus? Wie und wo vernetzen sich Filmschaffende, wenn Festivals und Austauschprogramme wegfallen? Wie geht die jeweilige Regierung mit den Auswirkungen auf Gesellschaft und Kultur um? Gibt es staatliche/internationale Unterstützung?

Fünf afrikanische Filmschaffende und Festivalleiter*innen aus unterschiedlichen Ländern haben in Corona-Statements ihre derzeitige Situation beschrieben. Junge Filmschaffende aus den afrikanischen Ländern, die sich in Medienprojekten von Weltfilme e.V. vor Ort weiterbilden können, haben ihre Sicht auf die Pandemie in Kurzfilmen verarbeitet. Deutsche Initiativen, NGO’s und Filmschaffende haben versucht, ihre Angebote in den afrikanischen Ländern während der Pandemie aufrecht zu erhalten.

In Zusammenarbeit mit Weltfilme e.V. diskutierende Filmschaffende und Festivalleiter*innen Fragestellungen zum Thema.

Mit Statements von: Dora Bouchoucha (Produzentin, Tunesien); Fatou Kiné Sène, (Filmkritikerin, Senegal); Laza (Filmemacher und Festivalleiter Rencontres du Film Court Madagascar); Kivu Ruhorahoza (Filmemacher, Ruanda); Ousmane Boundaoné (Geschäftsführer Ouaga Film Lab, Burkina Faso)

Im Rahmen der Veranstaltung findet ein Online-Screening statt:

DJÉ AYÉ

Amen Assignon
Togo 2020 I OmE I 10 min

„DJÉ AYÉ“ ist einer von 30 Filmen, die im Projekt RIGHT ON! von WELTFILME e.V. entstanden sind.

Moderation: Uta Rügner (AFRIKAMERA), Frank Domhan (Weltfilme e.V.)

Die Diskussionsveranstaltung findet online auf Zoom statt & wird live auf Facebook gestreamt.

AIR CONDITIONER

FR 20 NOV 21.00
Fradique
Angola 2020 | OV (Englisch) | 72 min


Der erste abendfüllende Spielfilm des angolanischen Regisseurs und Produzenten Mário Bastos a.k.a. Fradique ist ein surrealer Trip durch die angolanische Metropole Luanda. Ohne erkennbaren Grund fallen die an den Fassaden befestigten Klimaanlagen massenhaft aus ihren Verankerungen und erschlagen Menschen auf offener Straße. Die Regierung ist ratlos. Der Security Guard Matacedo macht sich auf Geheiß seines Bosses auf den Weg, um dessen Klimaanlage reparieren zu lassen. Unterwegs trifft er auf das Hausmädchen Zezinha und landet in einem Elektrogeschäft, das von einem enigmatischen Mann namens Mr. Mino geführt wird…

Getragen vom Jazz-Soundtrack der angolanischen Musikerin Aline Frazão, wurde AIR CONDITIONER bei seiner Uraufführung beim Filmfestival in Rotterdam 2020 von der Kritik gefeiert. Realisiert von dem angolanischen Kollektiv Geração 80’s ist der Film Ausdruck für die Kraft des jungen unabhängigen angolanischen Autorenkinos.
Co-Autor und Kameramann Ery Claver war bereits im vergangenen Jahr bei AFRIKAMERA mit seinem Kurzfilm LÚCIA NO CÉU COM SEMÁFOROS zu Gast.

Fradique gilt als eine der talentiertesten und ausdrucksstärksten Stimmen des zeitgenössischen angolanischen Kinos.
Er absolvierte sein Filmstudium in den USA und ist einer der Gründer der Produktionsfirma Geração 80. Zu den wenigen Filmen, bei denen er Regie führte, gehören der Kurzfilm Alambamento (2010) und der Dokumentarfilm Independence (2015). Der Film wurde auf mehreren internationalen Filmfestivals gezeigt und gewann den Angolan National Prize for Culture and Arts für den Bereich Film. Darüber hinaus führte er Regie bei Arthouse-Musikvideos für angolanische Künstler wie Nástio Mosquito und Aline Frazão. Fradique ist Berlinale-Talent Alumnus und ehemaliger Absolvent der Realness Screenwriting Residency.
Aktuell arbeitet er an seinem nächsten Spielfilm The Kingdom of Casuarinas, der im Jahr 2022 realisiert werden soll.